Unternehmensnachfolge ist Chefsache

Betriebsübernahme

In mehreren tausend KMU steht in den nächsten zehn Jahren ein Generationswechsel in der Unternehmensführung an. Fast eine halbe Million Arbeitsplätze hängen in Österreich von einer erfolgreichen Unternehmensnachfolge ab. Machen Sie sich rechtzeitig Gedanken über Ihren Unternehmensnachfolger und sichern Sie so die schwer erarbeiteten Werte und Erfolge ab - damit Sie auch später noch von Ihrem Betrieb profitieren. Nicht immer erfolgt eine Übernahme reibungslos: wenn beispielsweise der Unternehmensübergeber nicht loslassen kann oder der Jungunternehmer falsche Vorstellungen und Erwartungen hat. Wird der Verkaufspreis durch überhöhte ideelle Wertvorstellungen des Vorbesitzers in die Höhe getrieben, kann das tatsächliche Potenzial schnell zu positiv bewertet werden.


Vorbereitung statt Nachsehen
Interessante Betriebe zur Übernahme zu finden, ist bei entsprechendem Einsatz relativ einfach: Das größte Angebot findet sich in der Nachfolgebörse der WKÖ, bei den Übergabe-Consultants und in Fachmedien. Hilfreich sind auch Branchenkenntnisse, weil viel durch "Mundpropaganda" bekannt wird. Ist ein - auf den ersten Blick - geeignetes Unternehmen gefunden, beginnt das Sammeln von Informationen für einen ersten Überblick. Dazu gehören neben der steuerlichen und rechtlichen Lage im Unternehmen auch die nackten Bilanzwerte wie Vermögenswerte, Verbindlichkeiten, Umsatzdaten und Aufwandsbereiche. Die Bilanz kann beim Unternehmenseigentümer eingefordert werden, stellt oftmals aber auch eine "Black Box" dar, die durch Zusatzinformationen "aufgehellt" werden sollte.
 

Was ist steuerrechtlich zu beachten?

  • Soll es eine unentgeltliche Übergabe im Familienkreis, eine entgeltliche Variante - eventuell mit Außenstehenden - oder gar ein Management-Buy-out oder eine selbstständige Stiftungslösung werden?
  • Bei Gesellschaften stellt sich die Lösungsfrage nach einem Asset-Deal, also Übertragung der Vermögenswerten, oder einem Share Deal, der Abtretung von Anteilen zwischen Gesellschaftern, ohne den Betrieb zu tangieren.

In beiden Spielarten sind die steuerlichen Rahmenbedingungen durch Beiziehung von Steuerexperten zu optimieren, damit die Parteien gewinnen und nicht der Fiskus.

Was ist auf den Konten los?

Eine erste Einschätzung der finanziellen Lage geben KSV, Creditreform und ähnliche Informationsdienste. Auch die Banken des Eigentümers sind hilfreiche Informationsquellen. Nicht zu unterschätzen: Natürlich bedarf es hier entsprechender Kooperation des potenziellen Übergebers. Mit offenen Augen durch den Betrieb zu gehen und auch mit Mitarbeitern Gespräche zu führen - eventuell auch mit dem Betriebsrat (falls vorhanden) - hilft ebenso, einen Überblick zu bekommen. Und das Bauchgefühl sollte bei diesen Aktionen keinesfalls außer Acht gelassen werden, wenn es auch eine "Due Dilligence" nicht ersetzen kann! Zahlen sind neutral und bedürfen der Interpretation und diese kann dem Anlass entsprechend unterschiedlich ausfallen und den gleichen Sachverhalt äußerst unterschiedlich erscheinen lassen. Achtung, auch bei Personal und Lieferanten kann es Vereinbarungen geben, die Relevanz für den Übernehmer haben.

Mitarbeiter informieren

Bei der Betriebsübernahme besteht unter anderem eine Informationspflicht gegenüber dem Personal. Die Buchhaltung liefert wichtige Informationen zu den Angestellten: Welche Verträge hat welcher Arbeitnehmer, wer wird nach Abfertigung neu oder alt behandelt und gibt es eventuelle Rückstände beim Finanzamt oder der GKK? Lieferantenverträge beinhalten oft eine sogenannte "Escape-Klausel", die teilweise auch einen Ausstieg aus laufenden Verträgen ermöglicht.

Informieren Sie sich

Sie planen auch den Schritt zur Betriebsübernahme? Dann machen Sie sich zeitgerecht Gedanken über die Firmenübergabe. Nur so können Sie gezielt Schritte setzen und den weiteren Aufbau des Unternehmens vorantreiben.

Alles Wissenswerte zum Thema Unternehmensnachfolge finden Sie hier:
Folder Unternehmensübergabe

 

 

Grafik Tipp

  • Weichen für die Nachfolge zeitgerecht stellen, jedenfalls ab dem 50. Lebensjahr einen konkreten, mittelfristigen Plan zurechtlegen
  • "Notfallregelungen" für die Unternehmensführung von Anfang an schaffen, falls plötzlich etwas Unvorhergesehenes passiert
  • Attraktivität des Unternehmens gezielt aufbauen - für eine familieninterne Nachfolge oder auch einen späteren Verkauf

 

Ihr Raiffeisen-Betreuer unterstützt Sie persönlich bei der Planung und Umsetzung der Nachfolge - von der Beratung bis zu individuellen Finanzdienstleistungen.

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