Brexit: Was nun?

Die Auswirkungen treffen auch Tiroler Wirtschaft.

Brexit: www.shutterstock.com

Wenn es nach Tirols Wirtschaftskammerpräsident Jürgen Bodenseer geht, wird die Tiroler Wirtschaft den Brexit recht bald zu spüren bekommen. Aktuell ist Großbritannien der siebtgrößte Exportmarkt für die Tiroler Wirtschaft. Eine sehr wahrscheinliche Abwertung des Britischen Pfunds könnte die Exporte um bis zu 20 Prozent schrumpfen lassen. Ähnlich wie es bei der Abwertung des russischen Rubels der Fall war. Und auch die mögliche Einführung von Grenzkontrollen ist für die Export- und Tourismuswirtschaft alles andere als förderlich. Ein Schrumpfen der Gästezahlen ist zu befürchten: Schwerer Tobak für die Tourismusbetriebe - denn mit etwa 1,7 Millionen Nächtigungen ist Großbritannien der viertwichtigste Quellmarkt für Tirol.

And now?

Alle Details zum Brexit und zu den Folgen für die Tiroler Wirtschaft finden Sie hier.

Anders sieht die Lage Finanzminister Hans Jörg Schelling: Da der Ausstieg nicht von heute auf morgen geschehe, sondern innerhalb der nächsten zwei Jahre, können genügend Vorkehrungen getroffen werden, um mögliche Negativfolgen abzufedern. Schelling glaubt, dass es mit Großbritannien ein Handelsabkommen geben wird, ähnlich dem der EU mit der Schweiz.

Auch IHS und WIFO schätzen die direkten Effekte nach dem Brexit als eher gering ein. Sollte aber die britische Wirtschaft in eine Rezession rutschen, würde man dies bei den Exporten aus Österreich auch spüren.

Grundsätzlich kann gesagt werden, dass diese Bereiche vom Brexit am ehesten betroffen sein werden:

  • Wirtschaftswachstum: Die Experten schätzen, dass das BIP durch den Brexit bis 2030 maximal um 0,18 Prozent schrumpft.
  • Außenhandel: Österreich exportiert vor allem Investitionsgüter auf die Insel. Geht die Wirtschaftsleistung in Großbritannien zurück, betrifft das auch unsere Exporteure. Auch Autozulieferer wären dann betroffen.
  • Fremdenverkehr: Wenn das Pfund an Wert verliert, wird auch der Urlaub in Österreich für Briten teurer und für manche dann nicht mehr leistbar.
  • Zinsen: Raiffeisen-Chefanalyst Peter Brezinschek geht davon aus, dass sich die Zinsen für deutsche Staatsanleihen noch länger im Negativbereich halten werden und sich Österreich daran anschließt. Das aber nur, sofern die politischen Reaktionen im Land besonnen sind und nicht auf einen möglichen Österreich-Austritt gespielt wird.
  • Börse: Briten sind die drittstärkste Investorengruppe in Österreich. Wie sie nach dem Brexit reagieren, bleibt abzuwarten.

 

Peter Brezinschek, Raiffeisen Research

Brexit führt zu Achterbahn

Peter Brezinschek von Raiffeisen RESEARCH zu den politischen Konsequenzen des Brexit für die CEE-Region.

     

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    Quellen: APA, WK Tirol, Raiffeisen RESEARCH
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