E-Commerce: Finden Sie neue Märkte

E-Commerce

Die Digitalisierung hat einen strukturellen Wandel in der Gesellschaft in Gang gesetzt. Vieles spielt sich heute online ab. Das beeinflusst auch maßgeblich die Wirtschaft. Viele Onlineanbieter drängen in den Markt und buhlen um die Kunden.

6 von 10 Tirolern sind online
Die Zahl der Internetnutzer stieg in Tirol in der letzten Dekade von 290.000 (2005) auf 480.000 (2015). "Die Tatsache, dass immer mehr Menschen online sind, verändert freilich auch die Einkaufsgewohnheiten", weiß Barbara M. Thaler, WK-Vizepräsidentin und Sprecherin des Tiroler Internethandels. Die aktuellen Zahlen der KMU Forschung Austria belegen, dass der Anteil der Tirolerinnen und Tiroler, die Waren beziehungsweise Dienstleistungen zumindest einmal jährlich online kaufen, mittlerweile auf 58 Prozent angestiegen ist. Das heißt, dass bereits rund 320.000 Tirolerinnen und Tiroler im Alter zwischen 16 und 74 Jahren das Internet für Einkäufe nutzen. 2005 waren es rund 150.000 und damit nicht einmal halb so viele.

Marktchancen erkennen und nutzen
Die Kunst bei einem Webshop liegt darin, die Produkte so zu präsentieren, dass diese auch bestellt werden. Dabei gibt es Nachholbedarf. Zukunftsforscher Joachim Graf aus München fasst die aktuellen Probleme zusammen: "Es gibt zu viele Onlinehändler, sie vernachlässigen ihre Kernaufgaben und sie verdienen zu wenig." Die österreichischen Händler investieren viel zu wenig in Onlineadvertising. Mehr als die Hälfte der österreichischen Unternehmen geben weniger als einen Euro täglich für Google AdWords aus. Amazon investiert jährlich 61,6 Millionen Euro allein für Google AdWords in Österreich. Grafs Lösung: "Finden Sie leere Märkte, nutzen Sie Crosschanneling und produzieren Sie selbst Ihr Produkt."

Kleine Unternehmen - große Chancen
Dabei bietet das WWW vor allem für regionale Produkte eine riesige Chance, sie einer großen Käuferschaft anzubieten. Ein Tiroler Webshop mit Markenjeans wird sich schwertun - ein Onlinestore mit Jeans aus Tiroler Stoff hat viel bessere Chancen herauszustechen. Aber auch das beste Produkt verkauft sich nicht, wenn der Kunde es nicht findet. Gut platzierte Onlinewerbung mit Google AdWords und die suchmaschinenoptimierte Präsentation der Produkte können, kostenschonend eingesetzt, den nötigen Verkaufsschub verleihen.

Vorteile eines Webshops

  • Neukundengewinnung weltweit
  • Einfache Pflege des Shops
  • Steigerung der Kundenzufriedenheit
  • Erweiterung des Offlinegeschäfts
  • Leichte und schnelle Kommunikationswege
  • Steigerung der Effizienz des Vertriebs

 

Der Start in den Onlinehandel: Die Wirtschaftskammer hat einen E-Commerce-Leitfaden zusammengestellt. Tipps und Fragen, die bei der Analyse und Planung des eigenen E-Commerce-Starts helfen, finden Sie hier.

 

Welche Produkte eignen sich?

Grundsätzlich kann alles über das Internet verkauft werden, allerdings gibt es Produkte, die aufgrund der Versandbedingungen einfacher oder schwieriger abzuwickeln sind, zum Beispiel Möbel benötigen Möbel einen größeren logistischen Aufwand für den Versand als ein Glas Tiroler Honig.

Passt der Onlinehandel zum Unternehmen?

Folgende Überlegungen sollten Sie anstellen: Kann der Webshop als Ergänzung zum herkömmlichen Geschäft etabliert werden? Wie wirkt sich der neue Vertriebskanal auf die Unternehmenskultur und die Unternehmensprozesse aus?

Was macht der Mitbewerb?

Surfen Sie selbst durchs WWW und analysieren Sie die Webshops Ihres Mitbewerbs. Die Preise sollten dabei im Hintergrund stehen - die Optik und die visuellen Eindrücke sollten genauer unter die Lupe genommen werden.

Wer ist die Zielgruppe?

Analysieren Sie vorab die Zielgruppe, die Sie ansprechen möchten. Nur so können Sie Ihre Produkte bestens abgestimmt auf die Wünsche der Zielgruppe platzieren.

Wie sieht der Zeithorizont aus?

Erstellen Sie einen detaillierten Fahrplan zur Realisierung der wirtschaftlichen Ziele Ihres Webshops. Dadurch wird klar, ob und unter welchen Bedingungen sich ein Webshop rentiert.

Wie soll die Vermarktung des Angebots erfolgen?

Die größte Herausforderung ist das Onlinemarketing. Wie schaffen Sie es, dass Ihr Shop gefunden wird? Hierfür sollte genügend Zeit und ein eigenes Budget eingeplant werden. Gut geplante Onlinewerbemaßnahmen können auch bei einem geringen budgetären Einsatz sehr viel Output bringen.

 

Verbindung on- und offline
Der Schritt ins Internet bedeutet keineswegs das Ende des stationären Handels. Die Erfahrung zeigt, dass speziell durch mobile E-Commerce-Lösungen der stationäre Handel gestärkt werden kann. Immerhin sind nur 23 Prozent aller österreichischen Onlineverkäufer reine Internethändler, der Rest betreibt zusätzlich ein Verkaufslokal. Der Trend jedoch lautet: Verkleinerung von Verkaufsflächen und Auslagerung ins Internet, aber Stärkung des stationären Handels durch starken Servicecharakter vor Ort und Beratung.

 

Jörg Werner

Der Handel im digitalen Wandel

Digitalisierung ist in aller Munde, doch was ist darunter zu verstehen? Jörn Werner, CEO bei A.T.U Autoteile Unger, erklärt, dass es dabei längst nicht nur um das Onlinegeschäft geht. Lesen Sie mehr.

 

 

Die Wirtschaftskammer Tirol bietet verschiedene Hilfestellungen im Bereich E-Commerce, wie z. B. den Leitfaden Internethandel, das Rechtshilfepaket oder eine regelmäßige E-Commerce-Sprechstunde.